Polier Tagebuch

Materialbestellung auf der Baustelle: Wie ich mit dem Bauprogramm Zeit spare

Materialbestellung auf der Baustelle: Wie ich mit dem Bauprogramm Zeit spare
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Es ist mal wieder Sonntagabend hier im Schwarzwald. Die Sonne ist hinter den Tannen verschwunden, das Wochenend-Bier ist fast leer und normalerweise würde ich jetzt in einem Berg aus zerknitterten Zetteln, Lieferscheinen und schmierigen Notizen versinken. Aber heute ist es anders. Auf dem Küchentisch liegt nur noch mein Tablet. Kein Chaos, kein Fluchen, weil ich die Schrift von meinem Schorsch auf einem alten Zementsack nicht mehr lesen kann.

Pass auf, kurzer Hinweis vorab: In meinen Texten hier tauchen ab und zu Links zu Software auf, die ich auf meinen Baustellen selbst ausprobiert habe. Wenn du darüber was kaufst, bekomme ich eine Provision — für dich ändert sich am Preis absolut gar nichts. Ich teile hier nur Tools wie das Bauprogramm, die ich wirklich selbst in den Dreck geschleppt und für gut befunden habe.

Seit ich letzten Sommer angefangen habe, meinen kleinen Laden — immerhin drei feste Jungs und ich — digital auf Vordermann zu bringen, hat sich einiges getan. Vor allem bei der Materialbestellung. Früher war das ein echtes Elend. Wir führen oft drei Baustellen parallel, und da den Überblick zu behalten, wer wo gerade wie viele 25 kg Säcke Zement oder welche Schalsteine braucht, hat mich Jahre meines Lebens gekostet.

Das alte Chaos: Zettelwirtschaft und Montags-Panik

Erinnerst du dich noch, wie das früher lief? „Du, Chef, der Sand ist fast leer“, rief mir einer über den Baggerlärm zu. Ich hab’s mir auf die Handfläche geschrieben oder auf die Innenseite einer Zigarettenschachtel. Abends im Büro — oder was ich so Büro nenne — hab ich dann versucht, das alles in eine Excel-Tabelle zu prügeln. Oft genug hab ich’s vergessen. Und am Montagmorgen standen wir dann da, der Betonmischer rollte an, aber die Bewehrung war nicht da. Ein Granaten-Tag war das dann meistens, im negativen Sinne.

Ich dachte mir oft: Wenn ich das mit 47 nicht langsam mal lerne, wie das heute läuft, stehe ich in fünf Jahren mit dem Klemmbrett alleine im Wald, während die Jungen mit ihren glänzenden Apps an mir vorbeiziehen. Also hab ich den Sprung gewagt und mir das Bauprogramm geholt. Aber ich sag’s dir wie es ist: Die ersten 14 Tage waren hart. Das war eine echte Lernphase, in der ich das Tablet mehr als einmal im Schwarzwald-Matsch versenken wollte. Meine Finger sind einfach zu grob für diese feinen Displays, und am Anfang hab ich mehr Zeit mit Suchen als mit Arbeiten verbracht.

Digitales Tablet mit Regentropfen auf einer Baustelle im Einsatz

Der Tiefpunkt: Wenn der Regen die Technik besiegt

Einen Moment werde ich nie vergessen. Es war ein nasskalter Dienstag im letzten Oktober. Es hat geschüttet wie aus Eimern, wir haben an einer Bodenplatte gearbeitet und ich musste dringend die Eisen für die nächste Decke bestellen. Ich stand da mit meinen nassen Handschuhen, der Regen peitschte aufs Tablet und ich wollte gerade die Liste für die Bewehrung abschicken. Zack, einmal falsch gewischt, und ich hab versehentlich den gesamten Warenkorb gelöscht. Alles weg. In dem Moment hätte ich das Ding am liebsten gegen die nächste Betonwand gepfeffert.

Aber man lernt ja dazu. Ich hab gemerkt, dass viele Apps für schicke Büros gemacht sind, aber nicht für uns Poliere, wenn es mal richtig laut und dreckig wird. Das ist auch so ein Punkt: Viele Tools werben heute mit Sprachsteuerung. Aber hast du schon mal versucht, einer App was zu diktieren, wenn direkt neben dir der Rüttler läuft? Da versteht das Ding kein Wort. Beim Bauprogramm ist das Gute, dass die Knöpfe groß genug sind und das System logisch aufgebaut ist. Es geht nicht um Schnickschnack, sondern darum, dass die Menge stimmt.

Ich hab dann angefangen, das digitale Aufmaß direkt auf der Baustelle zu machen. Statt erst abends alles in Excel zu tippen, erfasse ich die Maße jetzt sofort. Das saubere „Klick“ beim Einrasten des digitalen Aufmaßes gibt mir ein Gefühl von Ordnung, das ich früher nie hatte. Das vertraute Kratzen des Bleistifts auf dem Klemmbrett fehlt zwar manchmal, aber wenn ich sehe, wie die Bestellung jetzt per Knopfdruck rausgeht, vermisse ich den Stift keine Sekunde mehr.

Was der Baustoffhändler dazu sagt

Ein echtes Highlight war die Reaktion von meinem Baustoffhändler. Der kennt mich seit 20 Jahren. Früher hab ich ihm oft einfach ein verwackeltes Foto von einem Schmierzettel per WhatsApp geschickt. Eines Morgens rief er mich an und fragte ganz verwundert, ob ich im Lotto gewonnen hätte oder jetzt einen Bauleiter im Anzug eingestellt habe. Warum? Weil meine Bestellliste plötzlich als sauberes, sortiertes PDF bei ihm einschlug. Er sagte, er müsse jetzt nicht mehr raten, ob ich 10 oder 100 Säcke meine.

Das spart nicht nur mir Zeit, sondern auch ihm. Und wenn der Händler gut gelaunt ist, klappt’s auch mal mit der Express-Lieferung, wenn der Bauer mal wieder vergessen hat, dass er noch Randsteine braucht. Durch die Verknüpfung mit dem digitalen Bautagesbericht sehe ich auch sofort, was wir verbraucht haben. Ich muss nicht mehr rätseln, wo die Palette Steine geblieben ist — ein Foto im Bericht, verknüpft mit der Bestellung, und die Sache ist erledigt.

Vergleich zwischen handschriftlicher Notiz und digitaler Materialliste als PDF

Fazit: Weniger Telefonieren, mehr Schaffen

Jetzt im sonnigen Mai, fast ein Jahr nach dem Start, läuft die Kiste. Wir führen unsere drei Baustellen viel entspannter. Mein ältester Mitarbeiter flucht zwar immer noch ab und zu über „das moderne Zeug“, aber selbst er schätzt es mittlerweile, dass er die Fotos vom Baufortschritt direkt am Tablet sehen kann, statt sie auf meinem winzigen Handydisplay zu suchen.

Die Zeitersparnis ist enorm. Ich telefoniere abends kaum noch den Lieferanten hinterher. Wenn ich am Sonntagabend hier sitze, werfe ich einen Blick in das Bauprogramm, sehe die Bestellungen für die nächste Woche und kann beruhigt mein Bier austrinken. Die Rechtssicherheit nach VOB/B ist durch die lückenlose Doku quasi ein Abfallprodukt, um das ich mich nicht mehr extra kümmern muss.

Wenn du auch so ein kleiner Betrieb bist wie wir: Trau dich einfach mal ran. Es muss nicht gleich die teuerste Software sein. Schau dir mal an, wie ein Bauprogramm für kleine Firmen den Alltag erleichtern kann. Es kostet am Anfang Nerven, ja, aber der Moment, in dem du merkst, dass du am Sonntagabend wirklich frei hast, ist jeden Cent wert. In diesem Sinne: Prost und eine erfolgreiche Woche auf dem Bock!

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